Premiere war ein Erfolg

Die Harsdorfer Laienspieler glänzen in ihrem neuen Stück. „Der Wiesenwalzen-Skandal“ ist noch zehn Mal zu sehen.

Harsdorf – Wenn TSV Harsdorf zum Theaterabend einlädt, ist eines ganz bestimmt garantiert: Zu sehen ist eine tolle Theatergruppe, die einfach Spaß am Spielen hat. Auch in der nunmehr 37. Saison hat sie mit der Auswahl des Stückes den Nagel auf den Kopf getroffen. Weitere Vorstellungen

Samstag, 4. Januar, 15 Uhr (Sondervorstellung), 20 Uhr.

Sonntag, 5. Januar, 17 Uhr.

Samstag, 11. Januar, 20 Uhr.

Sonntag, 12. Januar, 17 Uhr.

Samstag, 18. Januar, 20 Uhr.

Sonntag, 19. Januar, 17 Uhr.

Samstag, 25. Januar, 20 Uhr.

Sonntag, 26. Januar, 17 Uhr.

Samstag, 1. Februar, 20 Uhr.

Kartenvorverkauf: Samstag, jeweils von 9 bis 12 Uhr bei Wolfgang Hinsche, Birkenstraße 9, Harsdorf. Telefon: 09203/9739641, Telefax: 09203/918686. tsvharsdorf-theater@web.de

Die Kernbotschaft des Lustspiels „Der Wiesenwalzen-Skandal“ hatte auch einen aktuellen Bezug, was den Einsatz von Spritzmitteln in der Landwirtschaft angeht. Die Premiere war wie immer umjubelt. Die Akteure um die beiden Regisseure Andreas Heußinger und Heidi Dörfler, die auch in den Hauptrollen zu sehen waren, boten wieder Laientheater vom Feinsten. Es ist eine homogene Truppe, die Jahr für Jahr mit tollen Leistungen überzeugt.

Zum Stück: Im Lagerhaus treibt der korrupte Geschäftsführer Hubert (Wolfgang Schinköthe) schon über viele Jahre sein Unwesen. Im Verkaufsraum laufen so manche Geschäfte, die nicht ganz legal sind und allerhand Verwicklungen zur Folge haben. Über schwarze Kanäle bezieht der Geschäftsführer hochgiftige Pflanzenschutzmittel, die schon längst gesetzlich verboten sind, und verkauft sie den Bauern.

Der junge Lagerhausverwalter Peter (Andreas Heußinger) versteht sich mit dem skrupellosen Geschäftsführer überhaupt nicht und weigert sich, die giftigen Spritzmittel zu verkaufen. Er schüttet sie in den „Bauch“ der großen Wiesenwalze und füllt die Giftflaschen mit Apfel- und Traubensaft auf. Susi (Heidi Dörfler), seine Sekretärin, hilft ihm dabei. Damit sind auch schon die Hauptakteure dieses Stückes genannt. Der Bayreuther Wolfgang Schinköthe, der im vorigen Jahr aus der Not heraus einsprang und offensichtlich Gefallen an der Harsdorfer Theatergruppe gefunden hat, spielte den hinterlistigen und betrügerisch agierenden Geschäftsführer sehr authentisch. Längst eine Klasse für sich sind Andreas Heußinger und Heidi Dörfler, zwei Urgesteine, die das Theaterspielen auf der Bühne auch richtig ausleben.

Emil (Dirk Wesser), August (Thomas Hirschmann) und Fritz (Klaus Fischer), die Großbauern aus dem Ort, haben den Schwindel mit dem hochgiftigen Pflanzenschutzmittel noch nicht bemerkt und spritzen fleißig die Fruchtsäfte auf ihre Felder. Dirk Wesser verkörpert einen schadenfrohen und neidischen Bauern, Emil, der den größten Traktor fährt. August beneidet Emil um seinen Traktor und missgönnt ihm jeden Zentner Getreide, und Klaus Fischer schlüpft in die Rolle des altmodischen und geizigen Bauern Fritz, der in dem Lagerhaus klaut, was er erwischen kann.

Magd Paula (Michaela Grieshammer), die nicht gerade mit überdurchschnittlicher Intelligenz gesegnet ist, holt die giftgefüllte Wiesenwalze und fährt auf die Felder. Um schneller ans Ziel zu kommen, läßt die Ahnungslose das „Wasser“ aus der schweren Wiesenwalze ab. Die Giftbrühe gelangt ausgerechnet in den Zuchtkarpfenteich der Frau Gisela von Haselbach (Heike Schoberth-Wesser), und alle 1487 Karpfen verenden. Für die lokale Presse natürlich ein gefundenes Fressen. Auf der Suche nach der Herkunft des Gifts gelangt Polizist Norbert (Stephan Hereth) ins Lagerhaus. Für die junge Michaela Grieshammer und Heike Schoberth-Wesser, die nach wie vor die Theaterleitung fest in der Hand hat, waren es ohne Zweifel Paraderollen. Bleibt noch Stephan Hereth als Polizist, der einen Abschiedsbrief der „Karpfenmörderin Paula“ findet. Sogleich beginnen seine skurrilen Ermittlungen. Er sieht natürlich einen Zusammenhang zwischen dem Gift-Skandal und dem Verschwinden von Paula und vermutet sogar Mord. Stephan Hereth merkt man seine Erfahung als Schauspieler an. Er ist zu einer festen Größe in der Theatergruppe aufgestiegen. Es war zum „Haareraufen“, wie er seine Ermittlungen anstellte und sich für Sherlock Holmes persönlich hielt.

Lagerhausverwalter Peter wird schließlich vom Geschäftsführer entlassen und will jetzt erst recht die betrügerischen Machenschaften aufdecken. Sekretärin Susi ist ihm dabei behilflich. Es stellt sich heraus, dass Geschäftsführer Hubert die Beamten des Eichamtes bestochen hat und mit Hilfe der gezinkten Getreidewaage die Bauern übers Ohr haut. Grund genug für Emil, August und Fritz, dem Lagerhaus-Mafioso eine Abreibung zu erteilen. Bei dieser Schlägerei darf natürlich Paula nicht fehlen.

Als das verseuchte Erdreich des Karpfenteichs abgetragen wird, wird ein wertvolles Keltengrab entdeckt und Paula zur Heldin ausgerufen. Auch für Peter wendet sich alles zum Guten, denn der Wiesenwalzen-Skandal sorgt dafür, dass Hubert am Ende vom Genossenschaftspräsidenten entlassen und Peter neuer Geschäftsführer des Lagerhauses wird.

Weiter waren für und hinter der Bühne tätig: in der Maske Barbara Gewinner und Katrin Denke, als Souffleuse Michaela Dörfler und im Bühnenbau, bei der Dekoration und der Technik Dirk Wesser, Stephan Hereth, Andreas Heußinger, Siegfried Menzel, Thomas Hirschmann und Klaus Gewinner. Autor: Werner Reißaus Quelle: Frankenpost vom 20.12.2019