Der Verein

Die Vereinsgeschichte des TSV Harsdorf 1919 e.V.

In einem kurzen Überblick soll die Geschichte des Vereins dargestellt werden, der unser Dorfleben entscheidend beeinflusst hat. Natürlich kann diese Chronik keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zu viel ist in 90 Jahren geschehen, zu bewegt war die Zeit. Im Frühjahr 1919 gründeten junge Harsdorfer Bürger, unter ihnen Fritz Egermann, Johann Hofmann, Adam Potzel Johann Adam Pittroff den Burschenverein, dessen Ziel die Pflege der Geselligkeit und die Förderung der Kameradschaft war. Im Mittelpunkt des Interesses stand von Beginn an der Sport. Faustball, Leichtathletik und Turnen konnten ohne großen finanziellen Aufwand, zuerst auf einer Wiese von Adam Weiß und später auf einem Teil des Feldes an der Böschung der jetzigen A70,  betrieben werden.Der Burschenverein wandelte sich im Laufe der Jahre zu einem der Deutschen Turnerschaft angehörenden Turnverein und gab sich am 02.03.1925 eine Satzung. Den Verein führten Lorenz Potzel als 1. Vorsitzender, Friedrich Lauterbach als Turnwart und Adam Potzel als Schriftführer.  

Bekannt wurde der Turnverein durch die herausragenden Leistungen seiner Faustballer, die sogar Gaumeister wurden. Auch die Turner waren in ganz Oberfranken unterwegs und erzielten etliche Erfolge. Außerdem gab es schon damals eine begeisternde Laienspielgruppe. Während des Krieges erlosch das sportliche Leben fast gänzlich und die Aktivitäten des Vereins ruhten. Nach Kriegsende bestimmten die Besatzungsmächte die Auflösung des Turnvereins. Erst nach Erhalt der erforderlichen Lizenz konnte am 25.06.1947  der jetzige Turn– und Sportverein als Nachfolger des ehemaligen Turnvereins gegründet werden. Die, in der Gründungsversammlung gewählte, Vorstandschaft bestand aus Ludwig Bayer als 1. Vorsitzenden, Heinrich Kölbel als 2. Vorsitzenden und Franz Heegen als Schriftführer. Nach dem Rücktritt von Ludwig Bayer übernahm am 23.06.1949 Franz Heegen die Vereinsführung, die er aber zwei Monate später wegen Wohnortwechsel wieder aufgeben musste. Am 26.08.1949 wurde deshalb eine neue Vorstandschaft gewählt. Dabei  gingen Gerhard Kunau als 1.Vorsitzender, Karl Retsch als 2. Vorsitzender und Fritz Heußinger als Kassier hervor.

1958 kündigte die Autobahnverwaltung das der Gemeinde und dem TSV zur Verfügung gestellte Gelände. Auf der Suche nach einem neuen Grundstück wurde man schließlich am Laitschberg fündig. Die Gemeinde als Eigentümerin des Geländes ließ dann von 1958 bis 1960 einen Sportplatz bauen. Am 13.06.19960 erfolgte die feierliche Einweihung. Schon wenige Wochen später wurde mit dem Bau des vereinseigenen Sportheims begonnen. Nach knapp vierjähriger Bauzeit konnte das neue Domizil des Vereins am 14.06.1964 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Idealismus und Gemeinschaftsgeist aller unentgeltlich mitarbeitenden Mitglieder ermöglichten die Schaffung dieses neuen, schmucken Sportheimes.  Der Verein hatte eine neue Heimat gefunden und die neugegründete Fußballabteilung gute Voraussetzungen für ihre sportlichen Ambitionen. 1967 und 1969 gelang den Fußballern auch jeweils der Aufstieg in die damalige B-Klasse doch konnte beide Male die Klasse nicht gehalten werden. Der sportliche Erfolg beschränkte sich in den kommenden Jahren auf eine Meisterschaft der Reservemannschaft 1985/1986 und einige Meisterschaften im Jugendbereich. Erst nach über 30 Jahren gelang es unserer ersten Mannschaft 2005/2006 wieder eine Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg zu erringen und das in imponierender Weise. Trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten konnten wir die Kreisklasse halten und stellen seidem eine Mannschaft, die sich in der Kreisklasse etabliert hat und in ihren Fans einen unwahrscheinlichen Rückhalt hat.

Ein besonderes Augenmerk hat der TSV auch seit je her auf die Jugendarbeit. Viele Jahre stellte man eine eigene Schüler– und Jugendmannschaft,  bis die Personalnot uns zwang Partnerschaften einzugehen. So müssen seit vielen Jahren Spielgemeinschaften gebildet werden, zunächst mit dem SV Ramsenthal und dem TSV Bindlach, zurzeit mit Trebgast, Lindau und Ködnitz und aktuell mit Neudrossenfeld und Trebgast. Aufgrund der vielfältigen Freizeitangebote ist es in der heutigen Zeit eine sehr schwierige Aufgabe Kinder und Jugendliche für den Fußball zu begeistern. Anderseits fällt es auch immer schwerer geeignete Trainer und Betreuer zu finden. Doch es gibt immer wieder tolle Talente, die auch in der Zukunft wichtig für den Fortbestand der Seniorenmannschaften sind.

Auch die Faustballabteilung feierte weiterhin große Erfolge und errang wiederholt Meisterschaften; der Aufstieg in die Bezirksliga blieb ihr allerdings verwehrt. Zum allgemeinen Bedauern zwang Mitte der siebziger Jahre akute Personalnot zur Aufgabe dieser Sportart.Aber auch für die Mitglieder, die sich ohne Wettkampfstress sportlich betätigen wollen, haben wir einiges zu bieten. Seit mehr als 30 Jahren haben wir uns auch der Förderung des Breitensports verschrieben. Gymnastik und Gesundheitsturnen wird ebenso angeboten wie Nordic Walking.Seit der Jahreshauptversammlung 1983 gibt es auch wieder eine aktive Laienspielgruppe, die die Tradition des Turnereins fortführt und mittlerweile selbst ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiern konnte. Mit eindrucksvollen Leistungen hat unsere Theatergruppe dem TSV und der Gemeinde Harsdorf viel Ehre weit über Gemeinde– und Landkreisgrenze hinaus gemacht.

Als weiterer Meilenstein in der Geschichte des TSV ist der Bau des Rasenspielfeldes am Waldsportplatz zu sehen. Nach zweijähriger Bauzeit und mehr als 2200 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden wurde dieses Riesenprojekt realisiert und konnte am 27.07.1984 mit einem eindrucksvollen Festakt eingeweiht werden.Man sieht, dass in einem kleinen Verein Idealismus und Gemeinschaftsgeist über Generationen gelebt wird; hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so! Aber Stillsand ist Rückschritt und deshalb wurde im TSV immer wieder Neues geschaffen oder Altes erhalten. So bedurfte es in unserem inzwischen in die Jahre gekommenen Sportheims immer wieder baulicher Maßnahmen um dem Fortschritt stand zu halten. Zu erwähnen sind hier der Umbau des Kellergeschosses und Einbau einer Zentralheizung, die Neugestaltung des Gastraumes und der Küche 1992 und die Generalsanierung des Daches 1995. Nach vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden konnte im Sommer 2003 ein neues Wirtschaftsgebäude am Sportheim in Betrieb genommen werden. Die darin befindlichen Räumlichkeiten wie Grillraum und Ausschank bieten gute Voraussetzungen für eine optimale Bewirtschaftung bei den Heimspielen. Ebenso sind die Garage für den Fuhrpark und ein Abstellraum darin untergebracht. Ebenfalls im Jahr 2003 konnte ein kleiner Nebenplatz eingeweiht werden, der als Trainingsplatz (wenn auch nur sehr eingeschränkt) und als Parkplatz Verwendung findet. 2016 wurde das Kellergeschoss mit den sanitären Anlagen neu gestaltet. Die letzte große Baumaßnahme war der Einbau einer Bewässerungsanlage für den Rasenplatz mit einer dazugehörigen Zisterne, die sich unter der neu errichteten Terrasse befindet. Von der am 26.08.1949 gewählten Vorstandschaft schied nach 30 Jahren auf eigenen Wunsch der 1. Vorsitzende Gerhard Kunau als Letzter aus. Er wurde wegen seiner Verdienste um den Verein und um den Sport im Jahr 1979 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.Im Amt des 1.Vorsitzenden folgten ihm Joachim Duschek, Wolfgang Hinsche und Robert Lauterbach. Derzeit wird der TSV Harsdorf von ca. 370 Mitgliedern getragen und von Manfred Zapf geführt, der dieses Amt seit 1995 bekleidet.